In der Einsamkeit des Reichenberger Forstes, an einem ehemaligen Pilgerpfad und am Wanderweg zum Lärmfeuer, steht das Mossauer Bild, ein gedrungener spätmittelalterlicher Bildstock aus Buntsandstein. Im Jahre 1576 wird dieser Bildstock als "neu" bezeichnet, kann demnach nicht allzu lange Zeit vorher gesetzt worden sein. Er ist auf beiden Seiten mit gotischen Spitzbögen und auf der Vorderseite mit einem spitzbogigen Schild verziert. Dieser Wappenschild trägt Hammer und Zange. Man nimmt an, daß der Bildstock von einem Hammerschmied am einstmals vielbegangenen Weg gestiftet worden ist. Dieses bedeutende und eindrucksvolle Flurdenkmal ist eines der wenigen noch im Odenwaldkreis erhaltenen seiner Art vom Häuschentyp.

Der Lindelbrunnen
Der bereits im Jahre 795 im Lorscher Kodex als Grenzpunkt unter anderem mit dem Hildegeresbrunnen zusammen genannte Lintbrunnen soll der allein richtige Ort sein, an dem Hagen von Tronje während eines Jagdausfluges der Burgunder in den Odenwald aus Gefolgschaftstreue gegenüber der Königin Brunhild den Held Siegfried erschlagen hat. Bereits 1858 tritt der Erbacher Oberpfarrer und bedeutende Historiker Gustav Simon für diese Deutung ein. Doch machen weitere Orte, unter anderem der Siegfriedbrunnen bei Gras-Ellenbach und der Linden- oder Siegfriedbrunnen bei Heppenheim ihm diesen Ruhm streitig. Die Hüttenthaler Anlage wurde 1953 neu gestaltet und ein Jahr später vom Odenwaldklub unter Mitwirkung der Kinder von vier umliegenden Volksschulen eingeweiht.
Die um die Kirchhofslinde herumgeführte Steinbank und der hinter dem Chor stehende steinerne 'Zenttisch" stellen vermutlich Relikte der ehemaligen Haingerichtsstätte dar. Im Norden und Westen ist die alte Bruchsteinmauer des Kirchhofs mit "Bischofsmützen" als Abdeckung erhalten. Auf dem ehemaligen Kirchhof stehen noch zwei Grabsteine der Familie Treusch aus dem 18. Jahrhundert. In der Nachbarschaft, neben dem Anwesen Hüttenthaler Straße 49, befindet sich der Kirchbrunnen, der auch Kilians- oder Kindelsbrunnen genannt wird

Die Papiermühle
Die Papier-Mühle, ein Zweiseitgehöft, besteht aus einem großen Fachwerk-Mühlengebäude mit Krüppelwalmdach und einer im rechten Winkel dazu stehenden Stallscheuer. Die Papiermühle gehörte wie eine Reihe weiterer Mühlen des Mossautales ehemals zu einem Hubengut. Im Jahre 1757 erfolgte mit dem Neubau des Wohn- und Betriebsgebäudes die Trennung von der Hube des "Danielsbauern". Die Umwandlung in eine Getreidemühle erfolgte 1857. Oberschlächtiges Mühlrad und Mahlwerk sind noch funktionsfähig. Selbst aus der Zeit der Papierherstellung existieren noch einige Gerätschaften wie der große Leimkessel und ein Teil eines Schöpfrahmens. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts ist die Familie Ihrig im Besitz des Anwesens, das sich vorzüglich in die reizvolle Tallandschaft einfügt. Der ursprüngliche Rohstoff des Papiers waren Lumpen aus Leinen (Hadern), die mittels eines Stampfwerks zerkleinert wurden. Danach wurde unter Zugabe von Wasser die Papiermasse hergestellt und mit Knochenleim versetzt. Dieser Brei kam in eine große Bütte, aus der der Papiermacher mit einem Handrahmen das sogenannte Büttenpapier schöpfte, das anschließend getrocknet wurde.